Aktueller Stand und neue Entwicklungen beim Register of Damage for Ukraine (RD4U)
Das Register of Damage for Ukraine (RD4U) macht weiter entscheidende Fortschritte bei der internationalen Erfassung und Anerkennung von Kriegsschäden infolge der Aggression Russlands gegen die Ukraine. Als von Europarat und zahlreichen Staaten getragenes Opferregister nimmt RD4U eine zentrale Rolle im künftigen internationalen Entschädigungsmechanismus ein.
Die wichtigsten Fakten und Entwicklungen im Überblick:
1. Rekordzahlen: Über 70.000 Schadensmeldungen – mehr als 22.000 anerkannt
Im Herbst 2025 meldete das RD4U einen neuen Meilenstein: Über 9.700 neue Ansprüche wurden alleine beim achten Board-Meeting im September und Oktober 2025 anerkannt – darunter erstmals Ansprüche wegen schwerer Körperverletzung (Kategorie A2.3) sowie zahlreiche Fälle aus den Kategorien Tod, vermisste Familienmitglieder, Zwangsvertreibung und Zerstörung von Wohngebäuden. Insgesamt wurden Stand Oktober fast 70.000 Ansprüche eingereicht, knapp 22.000 sind bereits bearbeitet und anerkannt. Die größten Gruppen betreffen Schäden an Wohnraum und Zwangsvertreibung.
2. Neue und erweiterte Anspruchskategorien
Mit dem aktuellen Stand können Ansprüche in 14 verschiedenen Kategorien eingereicht werden: Neben der physischen Zerstörung und dem Verlust von Eigentum sind inzwischen auch Tod und das Verschwindenlassen von Angehörigen, schwere Verletzungen, sexuelle Gewalt, Entführung, Deportation von Kindern und Erwachsenen, Folter, Einschränkung der Bewegungsfreiheit und weitere wirtschaftliche sowie humanitäre Schäden erfasst. Besonders hervorzuheben: Seit September 2025 ist die Antragstellung auch für die Kategorien A2.8 und A2.9 (Zwangsdeportation von Kindern und Erwachsenen) eröffnet.
3. Wichtige Entscheidungen des Boards und Sammelanerkennungen
Das RD4U-Board trifft regelmäßig Sammelentscheidungen zu einzelnen Fallgruppen. Für die Kategorie „Schäden an Wohnimmobilien“ in Bakhmut wurden beispielsweise über 650 Ansprüche gebündelt entschieden. Besonders bedeutsam sind die ersten Anerkennungen in der Kategorie schwere Körperverletzung, welche die Rechtsaufbereitung persönlicher Kriegsopfer grundlegend voranbringen und Einzelschicksale zu rechtlich anerkannten Ansprüchen machen.
4. Technische Innovation und internationale Standards
Die Antragstellung und -verarbeitung erfolgt vollständig digital, zum Teil direkt angebunden an die ukrainischen Register und die Regierungsplattform Diia. Die technischen Schnittstellen gewährleisten einen reibungslosen Datenaustausch und Beweissicherung. Strenge Regeln zu Datenschutz und Transparenz wurden etabliert und laufend weiterentwickelt.
5. Governance, Status und nächste Schritte
Das Register unterhält den Hauptsitz in Den Haag und eine Niederlassung in Kiew, geleitet vom Board (aktuell unter Vorsitz von Robert Spano) und unterstützt durch ein internationales Sekretariat. Teilnehmende Staaten, darunter auch Deutschland, Polen und die Schweiz, bringen sich in die Governance ein. Mittelfristig werden – nach geplanten internationalen Verhandlungen – die im Register dokumentierten Fälle einer internationalen Entschädigungskommission zur Entscheidung über Kompensationen vorgelegt.
6. Relevanz: Internationaler Schulterschluss für Gerechtigkeit und zivile Opfer
Die Einrichtung des RD4U ist ein Signal engagierter Staatengemeinschaft; sie geht auf Resolutionen der UN-Vollversammlung (ES-11/5) und des Europarats (CM/Res(2023)3) zurück und zählt zu den wichtigsten praktischen Schritten zur Durchsetzung von Reparationen im Kontext des russisch-ukrainischen Krieges.
Praxis-Tipp / Call to Action
Potenzielle Anspruchsteller sind weiterhin ausdrücklich aufgerufen, ihre Unterlagen und Nachweise über die Plattform einzureichen. Detaillierte Informationen zu Ansprüchen, Kategorien und Verfahren finden Sie gebündelt auf der offiziellen Website des Registers, inklusive FAQ und Newsbereich: www.rd4u.coe.int.
CLP Digital ist als Partner bereit, Sie bei sämtlichen Schritten – von Prüfung und Dokumentation über Antragstellung bis zur strategischen Beratung in komplexen Fällen – umfassend zu unterstützen.
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